Um euch einen ersten Eindruck vom Thema Long Tail zu geben, haben wir hier ein paar Informationen zusammengetragen. Weiteres dann am Mittwoch.
Chris Anderson schreibt in seinem Buch über Nischenprodukte als zukünftiges Geschäft.
Die Zukunft insbesondere der Medien- und Unterhaltungsindustrie liege in der breiten Befeuerung von Nischenmärkten, während die Konzentration auf Mainstream und Megaseller eine Strategie von gestern sei. Möglich und profitabel, so Anderson, wird diese Entwicklung durch das Internet und die damit verbundenen Technologien.
Aufgrund der begrenzten Verkaufsflächen muss der traditionelle Handel sein Angebot streng nachfrageorientiert gestalten. Das Hauptaugenmerk gilt also der Massennachfrage, während alles, was nicht profitabel genug ist, häufig außen vor bleiben muss. Das aber ist eine ganze Menge – und genau das ist der „Long Tail“ – im Deutschen sprechen wir gern von einem „Rattenschwanz“. Abgeleitet ist der Begriff von der Form einer Häufigkeitsverteilung: Links stehen die wenigen Dinge, die häufig nachgefragt werden – die Kurve ist hoch und schmal. Rechts schließt sich der lange, immer dünner werdende Rattenschwanz der vielen selten nachgefragten Artikel an.
Der aber ist sehr vielseitig zusammengesetzt: Ein besonderes Bier, Randgruppen-Musik, speziell geröstete Espressobohnen, aus dem Katalog gestrichene Filme, bestimmte, nur noch selten nachgefragte Dichtungsringe. Die Liste ist so endlos wie vielfältig, denn an Produkten, die selten nachgefragt werden, herrscht kein Mangel. Verfügbar sind solche Güter dagegen nur selten – doch genau das ändert nun das Internet.
Das Netz bringt erhebliche Kostenvorteile mit sich. Das digitale Warenhaus besteht aus Festplatten, die jederzeit problemlos erweiterbar sind. Die Aufnahme eines neuen Produkts benötigt kaum mehr als ein paar zusätzliche Einträge in der Datenbank. Und gegebenenfalls etwas Platz in einem der kostengünstig zu betreibenden Warenlager, im Falle rein digitaler Produkte jedoch nicht einmal mehr das: Einen digitalen Song durchs Netz zu schicken kostet den Verkäufer so gut wie nichts. Doch birgt die Nische tatsächlich ein lohnenswertes kommerzielles Potential?
Diesen Artikel könnt ihr weiterlesen auf http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,447490,00.html.
Anderson veröffentlichte 2004 in Wired einen 8-seitigen Artikel über den Long Tail, der zur öffentlichen Diskussion anregte: http://www.wired.com/wired/archive/12.10/tail.html
Die Diskussion wurde in seinem Blog http://thelongtail.com/ fortgesetzt, dessen Inhalte ihn bei der Verfassung seines Buches unterstützten.
Um mehr über Chris Andersons Meinung zum Bloggen zu erfahren, lest dieses Interview
http://www.longtail.com/bloggingheroes.pdf.